Pantanal

Wem schon einmal das Erlebnis zuteil war, dieses versteckte Stückchen Paradies im Herzen Südamerikas zu besuchen und – sei es auch nur für kurze Zeit – umgeben von dieser Fauna und Flora und den Sitten und Gebräuchen der Pantaneiros zu leben, für den fühlt sich das Leben bald ganz anders an als gewohnt. Er nimmt eine ihm zuvor noch gar nicht bekannte innere Ruhe und Harmonie mit nach Hause, die ihm immer dann ein Gefühl der Erfüllung verschafft, wenn er sich gestattet, seinen Geist zurück an diesen Ort wandern zu lassen, wo die Natur noch immer in perfektem Gleichgewicht gedeiht.

Das Pantanal liegt in der Südhälfte des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso.
Es handelt sich dabei um das größte zusammenhängende Feuchtgebiet der Welt. Davon befinden sich 140 Mio km² überflutete Ebene allein auf brasilianischem Territorium, und das gesamte Gebiet erstreckt sich weit hinein in die Nachbarstaaten Paraguay, Bolivien und Argentinien.

Seine Entstehung vor zwei bis fünf Millionen Jahren verdankt das Pantanal (portugiesisch für "Sumpf") der Absetzung eines riesigen Sedimentbeckens, das heute eine Tiefebene bildet, die von diversen Gebirgsketten umschlossen wird, mit denen die Region umgeben ist.





Das Pantanal zeichnet sich durch die reiche Vielfalt seiner Fauna aus – gezählt wurden hier bisher 656 Vogelarten, 122 Säugetier-, 93 Reptilien- und 263 Fischarten sowie 1.132 verschiedene Schmetterlingsarten. Starke Regenfälle sind in diesem Lebensraum nichts Seltenes. Die so gut wie überall brettflache Landschaft wird periodisch von unzähligen Zu- und Abflüssen überflutet, die untereinander durch Lagunen und aufgeschwemmte Fächergräben verbunden sind. In den Flutphasen stehen diese Grabensysteme miteinander in Verbindung und vermischen sich mit den Fluten des Rio Paraguay, wodurch das ganze Umland neugestaltet und mit fruchtbarem Boden durchsetzt wird.  
Nach etwas mehr als 200 Jahren wirtschaftlicher Nutzung durch den Menschen ist die Artenvielfalt des Pantanal ebenso wie seine malerische Landschaft auch heute noch praktisch dieselbe geblieben – eine wilde und unberührte Schönheit. Weite, offene und saubere Flächen, Gewässer, Moore, Gehölze, Bergzüge, Corixos und Buchten. In all diesen ganz unterschiedlichen Lebensräumen findet man eine atemberaubend reichhaltige Pflanzen- und Tierwelt.


Der Himmel

Wir können gar nicht anders, als an dieser Stelle den absolut unverschmutzten Himmel zu erwähnen, der sich jeden Tag aufs neue als eine Abfolge unbeschreiblich schöner Bilder darbietet. Die Sonnenauf- und -untergänge lassen mit ihrem großartigen Farbenspiel jeden Beobachter sprachlos zurück.








Cuiabá und Poconé

Cuiabá ist die Stadt mit dem Flughafen die am nächsten zu Poconé liegt.
Poconé ist eine der Eintrittsmöglichkeiten in den Pantanal.
Dort fängt die Transpantaneira an, die Straße die in den Pantanal reinführt.



Die Transpantaneira

Die Transpantaneira ist eine Straße, die das Pantanal durchquärt. Ursprünglich sollten es 400 km werden; gebaut sind aber bisher nur 150 Km.





Zu den 150 km, gehören 126 Holzbrücken.

 

Die 4 Jahreszeiten

Jedes Jahr durchläuft das Pantanal 4 Jahreszeiten, die jedes mal das ganze Land verändern:

Enchente ("die Fülle" – Okt Nov Dez):
Explosion der Farben. Wenn es endlich anfängt zu regnen, verfärbt sich der zuvor dunkelbraune Boden innerhalb von zwei Tagen in sattes Grün. Alles sprießt, und die Tiere werden aktiv. Alles erfüllt sich mit Leben und Farbe. Im Allgemeinen schlagen sich die Regenfälle häufiger an den Oberläufen der Flüsse nieder, die sich in die Ebene ergießen. Mit dem Beginn dieser dreimonatigen Regenzeit ab Oktober schwellen in den höhergelegenen Regionen die Flusspegel so weit an, dass es zu den Überschwemmungen kommt. Gleichzeitig passiert dasselbe mit dem Rio Paraguay, der so viel aufgesammeltes Wasser nicht mehr halten kann und über die Ufer tritt. Die Wassermassen breiten sich aus und bedecken ständig riesige Flächen auf der Suche nach einem natürlichen Abfluss, den sie aber erst Hunderte von Kilometern weiter unten finden, am Rio Paraná, der sich in den Rio de la Plata ergießt. Dieser wiederum fließt außerhalb des brasilianischen Territoriums in den Atlantik. Die Überflutungen bedecken zeitweise zwei Drittel des gesamten Pantanal.

Cheias ("die Flut" – Jan Feb Mrz):
Die Regenfälle des südamerikanischen Sommers verursachen Überflutungen, die ungefähr von Dezember bis März anhalten. Ein Gutteil der Tierwelt zieht sich in höhergelegene Regionen wie etwa Wälder und Berge zurück. Eine schöne Jahreszeit, um Bootausflüge zu unternehmen oder zu Pferd auf überfluteten Feldern die schöne Landschaft zu erkunden.

Vazante ("der Abfluss" – Apr Mai Jun):
Tritt normalerweise zwischen April und Juni ein. Das Wasser geht bei Höhenunterschieden von 3 cm pro Kilometer nur sehr langsam zurück. Sobald die Erde anfängt zu trocknen, bleibt auf der Erdoberfläche eine feine Schicht aus Sand, Tier- und Pflanzenüberresten, Samen und Humus zurück, was dem Boden seine große Fruchtbarkeit verleiht. Sobald die Zeit des Vazante beginnt, sammelt sich eine Vielzahl von Fischen, die keine Gelegenheit mehr zur Rückkehr in die Flüsse hatten, in den verbliebenen Lagunen oder Buchten. Über Monate hinweg steht damit den Vögeln und Fleischfressern wie Kaimanen, Riesenotter und anderen eine üppig gedeckte Tafel zur Verfügung – was dazu führt, dass die Tiere, vor allem die Vögel, sich an solchen Orten bevorzugt versammeln. Eine ganz hervorragende Jahreszeit für einen Besuch im Pantanal.  

Die Seca ("Trockenzeit" – Jul Aug Sep):
Der Regenmangel erleichtert nun oft die Fortbewegung von einer Landfläche zur anderen. Das Wasser geht immer weiter zurück, und in den mittlerweile ziemlich zusammengeschrumpften Lagunen können verschiedene Fischarten mit der Hand gefangen werden. Hunderte von großen und kleinen Vögeln kann man über die Wasseroberfläche segeln sehen, ein Schauspiel von großer Schönheit. Man sieht alle Arten von Tieren, die es geben kann, in unbeschreiblich gemischten Gruppen. Auch eine sehr schöne Jahreszeit um ins Pantanal zu kommen.

Das Klima

Im Pantanal ist es den größten Teil des Jahres über ziemlich warm. Im Sommer – zumal in der Jahreszeit der Überflutungen von Dezember bis März – ist es normalerweise recht regnerisch, zwischen April und November hingegen regnet es so gut wie gar nicht. In der Zeit zwischen Mai und September kann es zu Kaltwetterlagen kommen, die ungefähr vier Tage anhalten und in denen die Temperaturen manchmal bis auf 7°C absinken können.

Mücken

Zu Beginn der Enchente treten für die Dauer von etwa zwei Wochen die Moskitos in Aktion. Sobald jedoch die kleinen Gräben und Lagunen verschwinden und zu einer großen Wasserfläche zusammenwachsen, ist es mit den Mücken auch schon wieder vorbei.
Am Ende der Vazante, wenn es noch immer viele kleine Teiche und Tümpel gibt, kommt es erneut zu einer etwa zweiwöchigen Mückenplage, die mit zunehmender Trockenheit schnell wieder verschwindet. 
Auch in den übrigen Jahreszeiten gibt es natürlich immer einige Moskitos, die aber nur manchmal bei Tagesanbruch und bei Sonnenuntergang lästig werden.
Man bekommt aber dort, im Supermarkt, sehr angenehme Creams, die einem die Mücken fern halten.